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Latente Islamfeindlichkeit steigt an
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Wolke Offline
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Beitrag: #1
Latente Islamfeindlichkeit steigt an
Berlin ist nicht Genf. Deutschland ist nicht die Schweiz. Zum Glück, meinen Muslime in Berlin mit Blick auf das Schweizer Referendum zum Minarett-Verbot. Doch auch sie registrieren den Anstieg der latenten Islamfeindlichkeit. Eine Moscheerundfahrt durch Berlin.[...]

Im Namen der Freiheit

Anstatt steigender Toleranz registriert der aus Tunesien stammende Sathi, "dass die Islamfeindlichkeit in die Mitte der Gesellschaft rückt". Es sei "beängstigend", dass es in Deutschland "tagtäglich Angriffe" gegen Muslime gebe, nur weil jemand einen Bart oder ein Kopftuch trage. "Das Schweizer Minarett-Verbot wirft uns um Jahrzehnte zurück. Wir Muslime fühlen uns ausgeschlossen. Im Namen der Freiheit nimmt man uns die Freiheit weg", sagt Sathi.[...]

vollständiger Artikel: http://www.euractiv.de/gesellschaft-und-...-an-002452

Senden Sie TUNESIEN an 81190(5.00 EUR/SMS gehen an Helft Tunesien e.V., 0.17€/SMS an den Mobilfunkanbieter, nur aus D möglich)
02.12.2009 21:55
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somemi Offline
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Beiträge: 76
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Beitrag: #2
RE: Latente Islamfeindlichkeit steigt an
Hallo an alle
Als A-/CH-Doppelbürgerin will ich es wagen, meine Landsleute ein klein wenig in Schutz zu nehmen. Bei dem Minarett-Verbot geht es ja nicht um Islamfeindlichkeit oder dergleichen. Die Menschen haben verständlicherweise Angst vor der zunehmenden Überfremdung des doch kleinen Staates. Leider tragen da die ständigen terroristischen Aktionen und Drohungen von al-Quaida nicht zu einer Beruhigung bei. Die Schweizer sehen Minaretten als einen Ausdruck von Macht. Und sie fürchten sich vor der Macht rücksichtsloser Fanatiker. Dass darunter wie immer vor allem unschuldige, friedliebende Menschen leiden müssen, haben sie ihren rebellischen GlaubensgenossInnen zu verdanken, nicht dem Entscheid des Schweizer Volkes. Niemand den ich persönlich kenne ist generell fremdenfeindlich eingestellt. Jeder gönnt dem Anderen seine Religionsfreiheit, solange sie nicht ausartet... und das betrifft JEDE Religion, ob Katholiken, Zeugen Jehovas oder eben Islamisten. Natürlich gibt es auch unter dem Schweizer Volk schwarze Schafe - wie überall! Im Allgemeinen sind die Schweizer jedoch friedliche Erdenbürger, die anständigen Menschen jeglicher Rasse und Zugehörigkeit ebenso anständig begegnen.
Ich möchte euch ganz höflich bitten, es einmal von dieser Seite zu betrachten. Würde mich freuen Big Grin
03.12.2009 00:36
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sorry Offline
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Beiträge: 1
Registriert seit: Dec 2009
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Beitrag: #3
RE: Latente Islamfeindlichkeit steigt an
as Abstimmungsergebnis der Anti-Minarett-Initiative, das die ganze Schweiz (Befürworter und Gegner der Initiative) sowie das Ausland, insbesondere die islamische Welt, völlig überrascht hat, muss als erstes als demokratisches Ergebnis anerkannt werden. Das ist wichtig für alle muslimischen BürgerInnen in der Schweiz! Und dann ist Deeskalation vonnöten. Es bringt uns keinen Millimeter in Richtung Frieden weiter, wenn wir Öl ins Feuer giessen durch Drohungen, Boykottaufrufe und juristische Schritte. Auch wenn dadurch der Entscheid umgestossen würde, das Misstrauen gegenüber Islam und Moslems bliebe und würde grösser!

Wir Moslems müssen uns aber fragen, wie es zu dieser drastischen Situation kam. Es war schon früh klar, dass die Initiative die Minarette nur als Symbol nahm und zur Abstimmung vorlegte. Die Hintergründe sind viel tiefer, es geht um den Islam, seine Regeln, seine Rituale und seine Anhänger. Es gab unfaire bis ganz falsche Vergleiche und Argumente: so brachte man fälschlicherweise die Frauenbeschneidung in Zusammenhang mit dem Islam, man redete über die Blutrache, als gäbe es sie im katholischen Sizilien unter dem Namen Vendetta nicht, man sprach von Ehrenmorden, von denen mehr bei Christen passieren, aber unter dem Namen “Beziehungsdelikte”…Und man verglich den Islam von 600 nach Christus mit dem Verhaltenskodex der Christen von 2009.

Trotzdem: die Mehrheit der Bevölkerung konnte davon überzeugt werden, den Islam und die Moslems mit einem misstrauischen Auge zu sehen. Es ist nun die Aufgabe aller Moslems, diesen Umstand zu verbessern, im friedlichen, wohlgesinnten Gespräch gemäss Forderung des Korans: “Und streite mit ihnen in bester Weise!”
Viele Moslems kennen den Islam nicht gut genug, wie sollten da die Christen ihn kennen. So wurden im Abstimmungskampf Suren aufgezählt und als Aufruf zur Tötung von Christen erwähnt, derweil sich die Suren keineswegs auf Christen oder Juden beziehen, sondern auf Gegner Mohammeds aus seinen eigenen Reihen. Es wird behauptet (und dies von so genannten Experten), dass der Islam Christen und Juden verachte, wo der Islam die einzige Religion ist, die explizit die Anerkennung der “Halter der Bücher” vorschreibt. Wohin flohen denn die Juden im Mittelalter, als sie durch die Christen verfolgt wurden, wenn nicht zu den Moslems?

Islam und Moslems sind zweierlei. Niemand würde diese Vermischung im Westen machen und sagen: “Christen sind Pädophile und treiben Inzest”, nur weil einige solcher Fälle unter Christen vorkamen.
Dennoch: die Unkenntnis des Islams und die Vermischung von kulturellen Zeichen (Schleier zum Beispiel) hat in der Schweizer Bevölkerung dazu geführt, dass dieses zerschmetternde Ergebnis nun die halbe Welt beschäftigt. Jetzt sind wir Moslems gefordert, ein anderes, das richtige Bild des Islams zu zeigen, eines Islams, der Andersgläubige respektiert!

Eine Annäherung durch diese Bücher:

http://www.benhamida.ch
11.12.2009 11:18
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wuppi Offline
Senior Mitglied
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Beitrag: #4
RE: Latente Islamfeindlichkeit steigt an
11.12.2009 18:28
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Fanta Offline
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Registriert seit: Sep 2014
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Beitrag: #5
RE: Latente Islamfeindlichkeit steigt an
Ich bin gerade zufällig über das Thema gestolpert und fände es interessant, dass es 2009 schon Thema war. Findet ihr es ist noch schlimmer geworden? Hat sich im Vergleich zu 2009 etwas verändert? Erlebt ihr persönlich unterschiede?
07.12.2016 09:47
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Jen Offline
ShishaPrinzessin
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Registriert seit: Apr 2012
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Beitrag: #6
RE: Latente Islamfeindlichkeit steigt an
(07.12.2016 09:47)Fanta schrieb:  Ich bin gerade zufällig über das Thema gestolpert und fände es interessant, dass es 2009 schon Thema war. Findet ihr es ist noch schlimmer geworden? Hat sich im Vergleich zu 2009 etwas verändert? Erlebt ihr persönlich unterschiede?

2009 hat mich das ja nicht betroffen kann also nicht sagen ob es sich verbessert/verschlimmert hat.
Grundsätzlich waren erst mal alle geschockt, als ich mit einem Araber/Moslem ankam, aber ich glaube alleine schon wegen den Vorurteilen und weil man sich eben Sorgen machte, ob ich mich extrem verändere...
Mein Mann ist ja äußerlich nicht als Moslem erkennbar, kleidet sich westlich "normal" kein langer Bart und was weiß ich was dazu gehört. Und außer Ramadan macht er auch sonst nix... wie es wäre, wenn er während der Arbeitszeit anfangen würde zu beten ... keine Ahnung wie das Umfeld reagieren würde, denke aber das es kein Problem wäre. (Denn wo ist der Unterschied ob ich 10 Minuten eine rauche oder eben bete?)

Insgesamt ist mir noch nichts negatives aufgefallen, außer die altbekannten Sprüche "Wie? Und du trägst kein Kopftuch? Und du darfst alleine raus?.... etc...." Denke das da aber auch viel Unwissen dabei ist, denn wenn man selbst im Umfeld keine Ausländer hat, woher soll man wissen was real und was eben ein Vorurteil ist?

[Bild: L434AKR.jpg][Bild: L434p1.png]

Wenn man in die falsche Richtung läuft, hat es keinen Zweck, das Tempo zu erhöhen.
07.12.2016 10:14
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Ambro83 Offline
Junior Mitglied
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Beitrag: #7
RE: Latente Islamfeindlichkeit steigt an
Also mein Mann sagt schon seit etwa einem Jahr, dass er es extrem spürt, dass sich die Atmosphäre geändert hat. Als er nach Deutschland kam, waren eigentlich alle Leute, egal wo, ihm gegenüber recht offen und neugierig eingestellt. Er kam öfter mal irgendwo ins Gespräch, sei es in der SBahn oder auf der Straße. Jetzt sagt er, wenn er in der SBahn sitzt, fühlt er sich manchmal richtig schlecht. Hier eine alte Oma, die sich nicht auf den freien Platz neben ihn setzen will und lieber stehen bleibt, dort ein ängstlicher Blick, wenn er abends nach Hause läuft und jemanden zu Fuß überholt ... bei seinen Arbeitskollegen gibt es wohl auch oft grenzwertige Kommentare, die dann eingeschränkt werden mit "dich meinen wir damit nicht, dich kennen wir ja und du bist ja quasi deutsch!"
Und all das, obwohl mein Mann ja überhaupt nicht religiös, geschweige denn konservativ ist. Er hat zwar schwarzes Haar und trägt oft Dreitagebart, ist aber immer schick gekleidet, meistens mit Hemd oder im Winter ein Pulli überm Hemd usw... also nichts, was man seltsam beäugen müsste.
07.12.2016 13:38
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