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Die Deutschen und Ich (Teil 1)
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Anny25
Gast

 
Beitrag: #101
RE: Die Deutschen und Ich (Teil 1)
Also ich denke mal, dass hier jede ganz unterschiedliche Erfahrungen macht.
Diejenigen, die in toleranten, offenen Familien groß werden und sich nie mit der Ausländerkritik auseinander setzen mussten, empfinden DE als ganz anders als diejenigen, die schon zuhause mit einer sehr engen Vorverurteilung und diversen Ausländer-Lästereien groß werden.

Bei uns zuhause ist der Lieblings-Italiener und der nette Döner-Mann "respektiert".
Als dann aber die Thai-Frau beim Nachbar einzog, war es DAS Gesprächsthema der Straße und sie wird nach vielen Jahren von einigen immer noch geschnitten und ihre schlechten Deutschkenntnisse kritisiert.
Meine Familie findet alles "schlecht", was anders als "normal" ist.
Muslime...nee...die sind radikal, zwingen Frauen zum Kopftuch, entführen ihre Kinder, können sich nicht integrieren.....ohne zu hinterfragen oder Interesse am Tiefgang wird eben so pauschalisiert.
Und meine Eltern sind genau diejenigen mit dem tollen Einfamilienhaus und mittelmäßiger Bildung.
Schade, eigentlich- aber es macht den Kontakt eben sehr schwierig.
Und vllt. bin ich dadurch auch viel sensibler für die andere Ausländer-Kritik im Umfeld und deswegen doppel-empfindlich wenn der Bäcker schon wieder einen harschen Ton anschlägt anstatt dem freundlichen "guten morgen".

LG
15.05.2015 14:37
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Fanta Offline
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Beitrag: #102
RE: Die Deutschen und Ich (Teil 1)
Ich finde auch es sollte eben der schlechte Umgangston nicht wegdiskutiert werden, solange es ihn noch gibt.

Und wir sagten ja alle, dass es nicht nur so ist. Ich zum Bsp. muss sagen, wenn jemand positiv oder einfach "normal" reagiert bin ich gleich doppelt glücklich und die Person steigt ungemein in meinem Ansehen. Wie z.B. meine Hausärztin (obwohl sie glaub ich auch Spätaussiedlerin ist Tongue)
BRAVO für solche Leute und an alle hier, die offen auf ALLE Kulturen zugehen!! Und DANKE!

Die Araber brauchen da übrigens auch Training. Z.B. Gegenüber Juden, oder auch Südafrikaner, oder bei den Türken gegen andere Völker und manchmal eben auch gegen Deutsche...
15.05.2015 15:03
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Alina19 Offline
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Beitrag: #103
RE: Die Deutschen und Ich (Teil 1)
(15.05.2015 12:26)Fanta schrieb:  Alina, du sagst dass zum Bsp. dein Mann leicht einen Job bekommen hat. Glaubst du es geht allen so, oder denkst du dass dein Mann auch ein bisschen glück hatte an einen guten und offenen Arbeitgeber geraten zu sein?

Hallo Fanta!
Habe bei den ganzen Beiträgen, dieses eben erst gelesen, sorry!

Er hat ja während seines Studiums dort ein Praktikum
absolviert, was in seinem Studiengang damals vorgeschrieben war
(von einigen anderen Unternehmen hatte er auch Absagen erhalten)
und hat dann wohl durch seine Leistung dort einfach überzeugt und
so haben sie wohl entschieden ihn dann einzustellen!
Eine Portion Glück war sicher auch dabei, aber ich denke das Meiste
hat er seiner Leistung zu verdanken!
Oder siehst du das anders? Also Beziehungen (Vitamin B) hatte er
überhaupt nicht...Smile

Ich habe jetzt nicht so den Kontakt zu anderen binationalen Paaren ausserhalb von Internet
von daher kann ich das nicht sagen.
Aber ich bin der Meinung man kann viel durch Leistung erreichen.
15.05.2015 16:43
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Fanta Offline
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Beitrag: #104
RE: Die Deutschen und Ich (Teil 1)
Da geb ich dir recht. Ich denke wenn du es "beweisen" kannst, dass du besser bist dann hast du eine Chance. Aber wenn es rein auf dem Papier steht, oder es darum geht dich oder der deutsche, dann eben nicht. Ich denke auch wie RII geschrieben hat, kann man was erreichen, indem man sich vorstellt und die Leute vom Gegenteil überzeugt, nämlich mit seiner Leistung.
15.05.2015 16:58
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Traumtänzerin Offline
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Beitrag: #105
RE: Die Deutschen und Ich (Teil 1)
(15.05.2015 13:52)Blondie schrieb:  Darf ich euch mal was fragen?
So interessehalber, hattet ihr schon immer ein so schlechtes Bild von den eigenen Landsleuten oder erst seit ihr mit einem Tunesier verheiratet seit?
Und was tut jeder einzelne von Euch, der hier auf die Bevölkerung-die Deutschen so schimpft? Engagiert euch in eurer Freizeit für ein besseres Zusammenleben in Deutschland?
Falls nicht ,macht ihr gerade was typisch deutsches. Reden, stöhnen, anklagen....und zu sehen.

Als pubertierende Jugendliche fragte ich meine Mutter was sie sagen würde, wenn ich einen dunkelhäutigen Freund hätte. Der Zweck war damals reine Provokation. Allerdings empfand ich dunkle Haut auch da schon als hübsch bzw attraktiv. Die Antwort meiner Mutter kann man sich denken-geht gar nicht. Dann habe ich sie gefragt was sie sagen würde, wenn dieser dunkelhäutige Mann in Deutschland geboren, christlich erzogen und Kinderarzt wäre. Die Antwort: da müsste sie ganz stark mit sich ringen und könnte das eventuell akzeptieren. Was soll man da noch sagen?! Zu diesem Zeitpunkt hatte ich beschlossen, dass ich einen dunkelhäutigen Freund haben will. Das Problem war allerdings, dass ich keinen einzigen kannte und in meiner Heimat auch kein einziger lebte^^
In meiner Studenten-WG mit einem ultralinken veganen Gutmenschen haben wir endlose Diskussionen geführt. In dieser Zeit habe ich meine Meinung entwickelt und gefestigt. Im Nachhinein bin ich meinem lieben Ex-Mitbewohner sehr dankbar.

Was ich tue? Definitiv zu wenig. Das weiß ich und ich ärgere mich sehr darüber. Ich bin ganz gut belesen in diesem Thema und versuche positiv auf meine Familie bzw Umfeld einzuwirken. Das gestaltet sich oft als schwierig, da viele Menschen eine eingefahrene Meinung haben, Angst vor Veränderung und noch mehr Angst davor einzusehen, dass sie menschenverachtende Ansichten vertreten. Ich besuche gerne multikulturelle Feste und bin manchmal auf Demos. Ich gehe wählen Wink

Wobei ich mich manchmal ertappe ist, dass ich zu "ausländisch aussehenden Menschen" besonders freundlich bin. Ich habe in der Straßenbahn schon einige unschöne Dinge erlebt. Erst vor ein paar Tagen waren zwei Frauen mit Kopftuch und einem Kleinkind in der Bahn. Das Kind hat gelacht und den Leuten gewunken. KEINER hat zurückgewunken. Das finde ich total traurig. Mein Kleiner ist total enttäuscht wenn ihm nicht zurückgewunken wird. Wenn also neben uns ein Kinderwagen mit "ausländisch aussehendem Kind/Eltern steht, versuche ich Kontakt zu dem Kind/Eltern aufzunehmen. Sie sollen sehen, dass nicht alle Leute hier so unfreundlich und verbohrt sind. Ich liebe meine schöne Stadt und diesen schlechten Ruf hat sie nicht verdient. Ich hoffe, dass das bald wieder besser wird.

Blondie, du erfüllst genau das was ich vorhin mit der Opferrolle meinte. Fühlst du dich etwa angesprochen? Tongue
Keiner sagt, dass du dich schämen sollst Deutsche zu sein. Warum auch? Ich liebe meine Heimat, aber vor Rassismus mache ich nicht die Augen zu.
Ich finde unsere Kritik hier übrigens auch mehr als sachlich.
Noch zum Thema Arbeit. Mein Freund hat in den letzten Monaten viele Bewerbungen geschrieben und meistens wurde nicht mal geantwortet. Ich würde nicht soweit gehen, dass das so ist weil er Ausländer ist. Seinen neuen Job hat er durch einen Freund bekommen. Seine erste Arbeit hatte gefunden indem er in wahrscheinlich jedem Restaurant der Stadt war und dort nach einem Job gefragt hatte. Persönlicher Kontakt scheint bei ihm viel auszumachen. Er geht auch lieber direkt irgendwohin anstatt anzurufen, da die Menschen da wohl freundlicher sind.

Kein Mensch ist illegal.
15.05.2015 22:19
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Blondie Offline
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Beiträge: 990
Registriert seit: Dec 2009
Bewertung 9
Beitrag: #106
RE: Die Deutschen und Ich (Teil 1)
@Traumtänzerin,

Nein, ich fühle mich nicht angesprochen, aber so wie hier geschrieben wird, sollte/müßte ich mich schämen. Deutschland, die Regierung ist toll und tut viel, aber der deutsche Bürger, Viele, die Meisten, leider nicht. Da ich dem Volk zugehörig bin, erklärt es doch alles Tongue oder bin ich eine der wenigen Ausnahmen und falle nicht in das Schema- Viele-die Meisten wie hier im Forum alle Anderen auch?!

Vielleicht liegt es daran, dass ich in Hamburg lebe und mit "Ausländern" groß geworden bin. Es war nichts ungewöhnliches Türken, Perser, Iraner etc. in der Grundschulklasse zu haben( 1980). Hier gab es schon immer Bezirke in denen man in andere Kultur getaucht ist. Es gibt hier, so lange ich denken kann Einkaufsmeilen in denen viele türkische und orientalische Mitbürger Geschäfte eröffnet haben und dort eben auch großteils derer Kulturangehörige eingekauft haben.
Für mich gehören diese Menschen in meinen Lebensraum und ich habe persönlich auch noch nie wirklich schlechte Erfahrung mit ihnen gemacht.

Ich nehme mir auf der Arbeit Zeit für eine deutsche Omi bis ich das Gefühl habe, dass sie mich verstanden hat, genauso viel Zeit ,oder auch mehr, nehme ich mir mit einem Mitmenschen der/die der deutschen Sprache nicht so mächtig ist.

Nichts desto trotz empfinde ich Deutschland und die Bevölkerung nicht so schlimm, wie hier teilweise dargestellt. Ich behaupte ja nicht, dass hier das Paradies ist und wir uns alle lieben, aber es gibt genug Beispiele, wo ich doch sehe, dass die Deutschen umdenken und sich von Propaganda und haarsträubenden Hetzkampagnen nicht beeindrucken lassen. Was war denn mit Pegida, wieviele Gegendemonstrationen gab es, welche wesentlichgrößer waren , mehr Deutsche auf die Straßen trieb, als Pegida überhaupt Anhänger hatte.
Hier in Hamburg wurden damals die Lampedusaflüchtlinge vom Volk unterstützt, mit Demonstration das sie bleiben dürfen/müssen, weil sie zurück nach Italien geschickt werden sollten und es ging sogar soweit, dass Deutsche diese Flüchtlinge aufnahmen, ihre Wäsche wuschen etc.

Man sollte eben nicht nur an den paar Schmaldenkenden Menschen alles festmachen.
Deutschland hat über 80 Millionen Einwohner und davon wollen wir doch jetzt nicht sagen, viele oder gar die meisten. Und auch die "Gegenseitige"benimmt sich ja nicht immer so, das man es als gut bezeichnen würde.

Ich bin nicht stolz Deutsche zu sein, denn dafür kann ich nichts. Ich bin oftmals aber froh, dass ich hier geboren wurde. Ich bin Teil der deutschen Gesellschaft und trage als brav arbeitender Bürger dazu bei, dass Deutschland z.B. Sozialleistungen überhaupt anbieten kann. Ich bin froh, dass es so ein System gibt und hoffe nie in Not zugeraten, dass ich diese in Anspruch nehmen müßte.

Dennoch wird uns in den Medien auch folgendes suggeriert:

http://youtu.be/NfZPXkv3ThE

Und derzeit läuft auch ein Spot im Fernsehen der auf Kinderarmut aufmerksam macht.

Auch das ist Deutschland. Wir verbinden Armut immer mit dritte Welt Länder, aber es findet vor unserer Tür statt. Natürlich kann man sagen, dass ist Gejammer auf ganz hohen Niveau, aber wir reden hier von Deutschland, wo es immer heißt, das reiche Deutschland.Dürfte es denn überhaupt ein Thema sein?


Die Regierung transferiert viel Geld z.B. nach Griechenland um Hilfe zu leisten, als Dank wird Deutschland verhohnt und verspottet und Schublade Nazi geöffnet.
In Deutschland selber wird als mögliche geleistet, um Flüchtlingen, Migraten, Asylanten, ich schreibe jetzt mal bewußt, den Ausländern zu helfen.
Und was ist mit den Menschen im eigenen Land?

Auch aus solchen Medien entstehen die gefühlten Aussprüche: die Ausländer bekommen alles und wir nichts. Ich glaube teilweise hat es nichts mit Ausländerhass zutun sondern, das dort einfach mal wieder dem "schwächste Glied" der Kette die " Schuld" zu geschoben wird.


Und zum Thema Bewerbung:
Wir schreiben das Jahr 1997, da war ich für 3 Monate arbeitslos. Da ging es mir auch als Deutsche nicht besser. Entweder hörte ich gar nichts, bekam Absagen auf dem Anrufbeantworter oder bekam tonlos meine Bewerbungsunterlagen zurückgeschickt.

http://tunesien.nicetopic.net/
-Tunesienforum-
16.05.2015 12:12
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Fanta Offline
Premium Mitglied
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Registriert seit: Sep 2014
Bewertung 4
Beitrag: #107
RE: Die Deutschen und Ich (Teil 1)
Blondie, das positive was du über Deutschland schreibst, stimmt ja auch. Aber es gibt eben noch viel verborte Sichtweisen, leider.
16.05.2015 13:25
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Umm Meryam Offline
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Beiträge: 549
Registriert seit: Feb 2012
Bewertung 1
Beitrag: #108
RE: Die Deutschen und Ich (Teil 1)
Ich habe gestern mit meinem Mann darüber intensiver gesprochen.Wie gesagt wir hatten bis jetzt keinerlei Probleme und er fühlt sich dort Zuhause wo er lebt und wir sind.Es soll ihm einer mal sagen,dass Deutschland nicht seine Heimat istWink
Er ist der Meinung das auch nur die Leistung zählt und man behandelt wird,wie man sich gibt und verhält.Wenn man Selbstbewusstsein ausstrahlt und sich seiner Sache sicher ist,kann keinem was passieren.
Wollte nur kurz die Meinung eines 'nicht gebürtigen Deutschen wiedergeben.

Humor und Geduld sind zwei Kamele mit denen du durch jede Wüste kommst.
17.05.2015 21:26
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