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Palästina-Reaktionen
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Anny25
Gast

 
Beitrag: #1
Palästina-Reaktionen
Hallo zusammen,

ein Thema, das bei uns gerade ständig präsent ist: Der Krieg in Gaza und Israel.
Ich kann die Wut und die Hilflosigkeit der Palästinenser verstehen und sogar den Hass der "Hamas", die dann schließlich den Raketenbeschuss gestartet hat.
Mich schockt, wieviele Opfer es täglich in Gaza gibt und wieviele dramatische Geschichten es gibt, weil der Siedlugsbau immer weiter geht und die Palästinenser einfach immer mehr unterdrückt werden.
Doch gleichzeitig finde ich so manche Aussage vieler Muslime/Araber ebenso bedenklich (eingeschlossen mein Mann).
"Die Zionisten müssen da weg. Nur die Juden, die unter palästinensischer Regierung leben wollen,können dort bleiben...."
Wenn etwas über den Nationalsozialismus im TV kommt, schaltet er weg und sagt:"Immer dieses Mitleid, guck doch, was diese Juden heute machen..."
Wenn aber im Irak von radikalen Gruppen, die den Islam benutzen, viele Christen verfolgt werden, dann wird darüber unter Muslimen gar nicht in den Netzwerken gepostet oder Stellung bezogen.
Die Aussage "Das sind ja gar keine Muslime" reicht dann.
Vielleicht nicht, aber benutzen Sie nicht das Buch des Koran und den Islam als ihre Ideologie...morden und vertreiben Menschen?
Inwieweit steigert man sich auch immer wieder in die islamische Opferrolle rein und sieht in allem Verschwörungstheorien der Welt?

Politisch gesehen ist bei uns zuhause einfach gerade Diskussion über all diese Themen.
Manchmal ertrage ich einfach nicht, wie den ganzen Abend Videos auf Facebook geschaut werden, wer schon wieder wie in Gaza ermordet wurde.
Da werden dann halbzerfetzte Kinder gezeigt und das Video wird geteilt und weiter gepostet.
Ist das vielleicht hilfreich???

Wie ergeht es euch und euren Männern?

LG Anny
24.07.2014 09:02
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Melek Offline
Aktives Mitglied
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Beiträge: 104
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Beitrag: #2
RE: Palästina-Reaktionen
Hallo Anny 25,

ich finde auch, dass dies für uns Europäer ein schwieriges Thema ist.
Ich kann auch sagen, dass "Ich kann die Wut und die Hilflosigkeit der Palästinenser " vollkommen verstehen.

Für mich ist es sehr schwierig, dass auf AlJazeera die Nachrichten stundenlang geschaut werden mit den grausamsten Bildern.
Liegt aber mit Sicherheit auch daran, dass im deutschen Fernsehen so etwas nicht gezeigt wird, sondern Schreckensbilder von toten kleinen Kindern, vermieden werden, worüber ich nicht unbedingt böse bin.
Man sollte bestimmt nicht vertuschen was in Gaza passiert, allerdings habe ich ein Problem damit, diese grausamen Bilder ständig zu sehen.

LG karina
24.07.2014 09:27
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Anny25
Gast

 
Beitrag: #3
RE: Palästina-Reaktionen
(24.07.2014 09:27)Melek schrieb:  Man sollte bestimmt nicht vertuschen was in Gaza passiert, allerdings habe ich ein Problem damit, diese grausamen Bilder ständig zu sehen.

Eben, es hat schon fast Kriegspropagandistische Züge was AlJazeera und Co. senden und auch was auf youtube verbreitet wird!
So nach dem Motto "Diese Kindermörder muss man alle umbringen."
Ich versuche auch immer zuhause zu verdeutlichen, dass Videos schauen und teilen wenig bringt. Wenn man wirklich positiv handeln möchte, dann soll man friedlich protestieren...Spenden...ein palästinensisches Patenkind sponsern.
Es gibt viele Möglichkeiten...
24.07.2014 09:51
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Tuni
Gast

 
Beitrag: #4
RE: Palästina-Reaktionen
Vor allem sollte man sich immer beide Seiten anhören und ansehen.
Euronews bietet auch arabische Sprache an.

Ich vergleiche das da unten immer mit einer Nachbarschaft..wenn mir mein Nachbar dauernd dumm kommen würde, dann wäre es auch bei mir nach einiger Zeit soweit, dass ich mich anfange zu wehren.

Und es soll mir keiner erzählen, die Hamas weiss nicht, was die Konsequenzen für ihr Handeln sind, so dumm sind die auch nicht. Die kalkulieren schon tote Frauen und Kinder mit ein. Eine Bande von Terroristen eben.
24.07.2014 10:11
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Elfie Offline
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Beiträge: 5.231
Registriert seit: Aug 2010
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Beitrag: #5
RE: Palästina-Reaktionen
Dazu habe ich letztens dies:
http://de.qantara.de/inhalt/interview-mi...zu-treffen

gelesen, eben von wegen der 2 Seiten.....
24.07.2014 12:08
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Ambro Offline
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Registriert seit: Oct 2011
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Beitrag: #6
RE: Palästina-Reaktionen
Diese Diskussionen haben wir auch, aber zum Glück sehr differenziert - mein Mann hat ja nen Magister in Geschichte, der kann das alles sehr gut analysieren und hinterfragen, aber manchmal wird es eben doch emotional... und auch er schaut sich die "Propaganda-Filmchen" mit den zerfetzten Kinderleichen an und leidet dann sehr darunter. Allerdings hat er sich auch sehr mit dem 2. WK und Holocaust beschäftigt, er kann da schon gut unterscheiden zwischen "den Juden" und dem Staat Israel.

(24.07.2014 09:02)Anny25 schrieb:  Die Aussage "Das sind ja gar keine Muslime" reicht dann..

Diese Aussage reicht meinem Mann überhaupt nicht - es sind genau diese Dinge, die ihn völlig an seiner Religion und seinem Glauben, aber auch an der muslimischen Gesellschaft zweifeln lassen. Er macht momentan eine ziemliche Identitätskrise durch, was das angeht! Dass immerwieder die Religion als Auslöser genommen wird für Übergriffe, Unterdrückung, Mord, Hass usw. egal ob gegen Christen oder auch untereinander!

So hat er z.B. gestern ein Video gesehen (fragt mich nicht, warum man sich überhaupt sowas anschaut!!), da wurde ein syrisches Flüchtlingskind von einer libanesischen Familie misshandelt, weil es Sunnit ist, sie aber Schia ... anstatt einem Kind, das alles verloren hat, Familie, Heimat usw. zu helfen, wird es geprügelt, zur Bespaßung von anderen.
Wenn er so etwas sieht, stellt er einfach alles in Frage - auch wenn ich sage, Vorfälle und Übergriffe gibt es überall, z.B. katholische Pfarrer, Kindersklaven in anderen Teilen der Welt usw. ... aber das größte Problem ist glaube ich, dass unsere westliche Gesellschaft inzwischen versucht, diese Dinge offenzulegen und eben hinterfragt und sich auseinandersetzt (wobei auch das noch stärker sein könnte!) - was eben in der arabisch-muslimischen Welt noch nicht bzw. viel zu wenig geschieht und eben viel zu einseitig.

Mein Mann war ja noch nie praktizierend oder so, aber in seinem Grundverständnis hat er sich schon als Muslim betrachtet. Und mit dieser Identifizierung und seinem Selbstbild und wie er Religion sieht und von seinen Eltern gelernt hat, hadert er eben jetzt gerade sehr, wenn er all diese Negativbeispiele ständig vor Augen hat, von Menschen, die sich genau wie er als Muslime bezeichnen...
Hatten eure Männer auch schon solche "Glaubens- bzw. Identitätskrisen"? Oder setzen sie sich gar nicht so tiefgehend damit auseinander und halten es eher auch so, von wegen, das sind keine Muslime, dann zählts ja nicht ... ?!?
24.07.2014 13:02
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Wolke Offline
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Beitrag: #7
RE: Palästina-Reaktionen
Jürgen Todenhöfer:

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Netanjahu,
darf ich Ihnen mitten im Krieg ein paar Fragen stellen? Als Deutscher, der weiß, dass die Generation seiner Vorfahren den Juden Unverzeihliches angetan hat, der das Existenzrecht Israels akzeptiert und der Antisemitismus wie jede Form von Rassismus für eine Schande hält.

Haben Sie sich schon mal vorgestellt, wie es wäre, wenn Sie nicht in Tel Aviv, sondern in Gaza auf die Welt gekommen wären? Sie hätten dann nicht die besten Schulen und Universitäten der USA besuchen können, sondern wahrscheinlich nur die bescheideneren Schulen und Universitäten von Gaza und im Westjordanland. Auch Ihre Enkel hätten kaum dem Elend von Gaza entfliehen können. Stattdessen hätten sie in den letzten sechs Jahren drei grauenvolle Kriege erlebt und viele Schulfreunde durch israelische Bomben verloren.

Wären Sie auch in Gaza Politiker geworden? Dann säßen Sie jetzt vielleicht wie 23 gewählte palästinensische Abgeordnete in israelischen Gefängnissen. Im Ofer-Gefängnis bei Ramallah oder im Hadarim-Gefängnis im Norden von Israel. Für Palästinenser ist es riskant, sich politisch zu betätigen. Unterstellen wir daher, Sie wären ein angesehener Landwirt geworden und hätten begonnen Blumen zu züchten. Sie hätten harte Zeiten durchlebt. Wegen der von Israel verhängten Blockade könnten Sie nur noch drei Prozent der früheren Blumenmenge exportieren. Die gesamte Wirtschaft Gazas liegt am Boden. Sie hätten fast alle Mitarbeiter entlassen müssen. Die wären jetzt arbeitslos - wie mehr als die Hälfte der arbeitsfähigen Bewohner von Gaza. Und müssten von der UNO durchgefüttert werden. 80 Prozent der Bevölkerung erhalten alle drei Monate Essensrationen wie damals die Iraker unter den vom Westen betriebenen Sanktionen. So erhält eine achtköpfige Familie, um überleben zu können, von der UNO alle drei Monate : 103 Kilo Weizen, 4,70 Liter Speiseöl, fünf Kilo Zucker, 1,5 Kilo Milchpulver sowie etwa Dosenfleisch. Für acht Personen!

Da Sie Ihre Familie von den paar Blumen, die Sie noch verkaufen würden, nicht ernähren könnten, hätten sie sich mit einem Ihrer Brüder, der Fischer ist, zusammen getan. Allerdings wäre dieser auch in großen Schwierigkeiten. Israel hat den palästinensischen Fischern entgegen internationalem Recht verboten, außerhalb einer 3-Seemeilenzone zu fischen. Dadurch gehen den Fischern von Gaza 85 Prozent der Fischgründe verloren. Wer diese Grenze überschreitet, wird von der israelischen Kriegsmarine beschossen. Ein Freund Ihres Bruders hat es gewagt. Er kehrte nie mehr zurück. Wie ein Dutzend anderer palästinensischer Fischer in den letzten 5 Jahren.

Auch sonst wäre Ihr Leben in Gaza beschwerlich. Vor allem wenn Israel wieder einmal - wie seit einigen Tagen - seine Stromlieferungen einstellt und gleich noch das Elektrizitätswerk von Gaza bombardiert. Wie gestern. Und daraufhin auch die Wasserversorgung zusammenbricht, weil die palästinensischen Wasserpumpen mit Strom betrieben werden. Gaza ist zur Zeit ohne Strom und Wasser. Nichts geht mehr. Das Trinkwasser ist verseucht, das Abwassersystem zusammen-gebrochen. Wichtige Medikamente für Ihre Familie gäbe es schon seit längerem nicht mehr. Die Folgen wären auch für Ihre Familie verheerend. Wie für alle palästinensischen Familien.

Für einen die eigene Freiheit liebenden Menschen wie Sie wäre es sicher hart, Ihre winzige Heimat Gaza seit 2007 über den israelischen Grenzübergang Erez nur noch in medizinischen Notfällen und über den ägyptischen Grenzübergang Rafah nur dann verlassen zu können, wenn er ausnahmsweise einmal geöffnet ist. Was in den letzten Jahren selten der Fall war. Ich stand in Rafah auch schon stundenlang vor verschlossenen Toren. Sie würden im größten Freiluftgefängnis der Welt leben. Im Osten eingeschlossen durch militärische Todesstreifen, Stacheldraht und Betonmauern, im Westen zur Seeseite durch die Geschütze der israelischen Kriegsmarine. Die einzige Möglichkeit, alte Freunde in Ägypten wenigstens gelegentlich wieder zu treffen, war in den letzten Jahren, wie ein Maulwurf durch einen der vielen Erdtunnel ins ägyptische Rafah zu krabbeln. Für viel Geld. Für einen stolzen Mann wie Sie wäre das zwar demütigend, aber was macht man nicht alles für die eigene Freiheit? Doch die neue ägyptische Regierung hat auch diesen letzten Fluchtweg in die Freiheit verrammelt. Zur Freude Israels. Ohne Bodentruppen einzusetzen übrigens. Die haben viele der Tunnel einfach geflutet.

So bliebe Ihnen in diesen Tagen nur noch der Blick über das weite Meer, der noch immer wunderbar ist. Wenn man sich die israelischen Kriegsschiffe am Horizont wegdenkt. Und es bliebe der Traum von Freiheit. Vom Frieden, den Sie und Ihre palästinensische Familie lediglich vom Hörensagen kennen würden. Nur die Gedanken wären frei. In Ihren Gedanken und in Ihren Träumen könnten sie noch immer erleben, was Israels Regierung Ihnen als Palästinenser vorenthält.

Was würden Sie als Bürger von Gaza von Israels Ministerpräsident Netanjahu halten, dem Sie einen Großteil Ihres Leids verdanken? Wären Sie in diesen Tagen des israelischen Dauerbombardements Anhänger der gemäßigten Fatah, die seit Jahrzehnten durch Verhandlungen das Schicksal der Palästinenser zu verbessern sucht? Oder der radikalen, streng konservativen Hamas, die mit teilweise selbst gebastelten Raketen dilettantisch und in inakzeptabler Weise versucht, wenigstens ein paar Rechte der Palästinenser durchzusetzen. Oder hätten Sie wie viele Palästinenser von der Politik einfach die Nase voll. Weil der aktuelle israelische Ministerpräsident, der zufällig Ihren Namen trägt, den Palästinensern ohnehin nie gestatten wird, einen eigenen lebensfähigen und gleichberechtigten palästinensischen Staat aufzubauen? Und der nächste auch nicht. Ich befürchte, Sie würden mit der härtesten der sogenannten palästinensischen Terrorbewegungen, dem 'Islamischen Jihad' sympathisieren. Sie lassen sich ja nur selten von jemandem an Härte übertreffen. Doch wer weiß?

Stellen Sie sich vor, die Bomben der israelischen F16 Kampfjets hätten vor einigen Tagen auch Ihr Haus dem Erdboden gleich gemacht. Sie hätten dadurch wie unzählige Bewohner von Gaza zahlreiche Tote und Verletzte in Ihrer Familie zu beklagen und Ihren gesamten Besitz verloren. Eines der überlebenden, schwer verletzten Kinder im Shifa-Krankenhaus von Gaza, die kleine Maria, wäre Ihre Enkelin. Maria, an deren Krankenbett ich letzte Woche lange stand, hätte bei der Zerstörung Ihres Hauses schwere Verletzungen erlitten. Ein israelischer Raketensplitter steckt noch immer in ihrem Kopf. Durch die Schrecken der Bombennacht hat sie die Sprache verloren. Niemand in Gaza kann sie operieren. In den Krankenhäusern fehlt es an allem. Der israelische Ministerpräsident, der Ihren Namen trägt, interessiert sich nicht für die Krankenhäuser der Palästinenser. Er denkt nie an die Kinder von Gaza.

Wie würden Sie reagieren, wenn Sie aus den Nachrichten erfahren würden, dass Israel nun auch noch das Shifa-Krankenhaus bombardieren will, in dem Ihre schwerverletzte Enkelin liegt. Angeblich hat die Hamas in den Kellern dieses größten Krankenhauses Gazas ihr Hauptquartier. Wir alle dachten doch, Israel habe die Hamas-Führung weitgehend ausgeschaltet. Die israelische Luftwaffe hat doch angeblich alle Häuser der Hamas zerstört - neben unzähligen Häusern von Zivilisten. Das war doch die Begründung für die wochenlangen mörderischen Bombardements.

Was würden Sie als ausgebombter Bürger von Gaza von diesem israelischen Ministerpräsidenten denken, der unablässig von den Raketen der Hamas und des 'Islamischen Jihad' redet, die in zwei Kriegswochen zwei israelische Zivilisten getötet und 10 verletzt haben? Was auch ich schrecklich finde. Mord bleibt Mord, egal wer ihn begeht. Leider sieht das der israelische Ministerpräsident anders. Ihm sind die 600 ermordeten und 4000 verletzten palästinensischen Zivilisten völlig gleichgültig. Selbst die vier palästinensischen Kinder, die beim Fußballspielen am Strand von israelischen Kriegsschiffen erschossen wurden, die Kinder, die beim Hühnerfüttern vom Dach ihres Hauses geschossen wurden oder die 9 jungen Fußballfans, die in einem Strandcafé beim WM-Spiel Argentinien : Holland von israelischen Raketen getötet wurden. Auch das Beschießen von Behindertenheimen, Krankenhäusern, Ambulanzen, Schulen, all das stört ihn nicht. Noch nie hat dieser israelische Ministerpräsident über ein getötetes palästinensisches Kind geweint. Stattdessen höhnt sein Botschafter in den USA, eigentlich verdienten die israelischen Truppen wegen ihrer 'unvorstellbaren Zurückhaltung' den Friedensnobelpreis. Seine Regierung begeht Kriegsverbrechen und er fordert den Friedensnobelpreis. Unglaublich, würden wahrscheinlich auch Sie denken.

Sehr geehrter Herr Netanjahu, was würden Sie als Palästinenser von diesem israelischen Ministerpräsidenten und seiner Politik halten, wenn Sie Bürger von Gaza wären? Von einem Politiker, dessen Volk vor allem in Europa Jahrtausende lang barbarisch behandelt wurde. Fast immer als Menschen zweiter Klasse. Wie ist es möglich, dass ein Politiker mit dieser tragischen Vorgeschichte seines Volkes nun die Bevölkerung von Gaza als Menschen dritter Klasse behandelt? Hatte der Vater des Staates Israel, Theodor Herzl, nicht einen Musterstaat der Toleranz versprochen? Und geschrieben: "Und fügt es sich, dass Andersgläubige, Andersnationale unter uns wohnen, so werden wir ihnen einen ehrenvollen Schutz und Rechtsgleichheit gewähren". Wo in Palästina gibt es ehrenvollen Schutz und Rechtsgleichheit für die Palästinenser?

Sehr geehrter Herr Netanjahu, stellen Sie sich bitte wirklich einmal vor, Sie wären nicht in Tel Aviv, sondern in Gaza geboren! Nur einen Augenblick! Vielleicht würden Sie dann erkennen, dass in Gaza und im Westjordanland Menschen leben, die dieselben Träume haben wie die Bürger Israels. Sie, Herr Netanjahu, könnten mit einer Handvoll Menschlichkeit und Weitsicht wie Jitzchak Rabin ein echter Staatsmann werden. Läge das nicht auch im Interesse Ihres Landes? Israel wird in einer Welt von Feinden nicht überleben. Sondern nur in einer Welt von Freunden. Stellen Sie sich wenigstens einmal am Tag vor, sie seien in Gaza geboren und nicht in Tel Aviv!

Ihr Jürgen Todenhöfer

Quelle- facebook

Senden Sie TUNESIEN an 81190(5.00 EUR/SMS gehen an Helft Tunesien e.V., 0.17€/SMS an den Mobilfunkanbieter, nur aus D möglich)
24.07.2014 21:23
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kati3366 Offline
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Beitrag: #8
RE: Palästina-Reaktionen
Danke Wolke für das Einstellen von diesem schönen und so zutreffenden Text.

Ich kann diesem Text nur zustimmen.
Um auf Anny's ursprüngliche Frage zurückzukommen: nicht nur ich stimme diesem Text zu, mein Mann sieht das ähnlich.
Bei uns wird das Thema zwar regelmäßig diskutiert, aber es ist keine große Kluft zwischen unseren Meinungen.

Ich kann meine Träume nicht fristlos entlassen. Ich schulde ihnen noch mein Leben.
25.07.2014 08:24
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Orient2011 Offline
Forum-Scriptor
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Beiträge: 547
Registriert seit: Aug 2011
Bewertung 1
Beitrag: #9
RE: Palästina-Reaktionen
Ich bin ja froh, dass das Thema hier mal mit etwas Abstand reflektiert wird. Ich kann ehrlich gesagt die ganzen bereits erwähnten Filmchen und Bilder nicht mehr sehen. Ich glaube, ich habe auf FB Beiträgen meiner Bekannter schon mehr tote Kinder gesehen, als die Statistiken überhaupt gezählt haben. Bei vielen Bildern erkennt man zudem auf dem zweiten Blick, dass es schlechte Photoshop-Montagen sind- schaut euch mal die Schatten und die Umrisse der Haare genau an. Der Krieg ist wirklich schlimm, daran besteht kein Zweifel, aber diese Bilder bringen keinen weiter. Anstelle Energie für so etwas aufzubringen sollte sie für die Suche nach einer Lösung verwendet werden.

@ Tuni, es scheint sich ja durch einen Bericht der UN bestätigt zu haben, dass tatsächlich Waffen in dem Krankenhaus gelagert wurden. Da braucht sich doch keiner von denen mehr von denen wundern, wenn die so eine S.... verzapfen. Sie machen ihre Bevölkerung zur Zielscheibe, anstelle sie zu beschützen.
25.07.2014 08:47
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Umm Meryam Offline
Forum-Scriptor
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Beiträge: 549
Registriert seit: Feb 2012
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Beitrag: #10
RE: Palästina-Reaktionen
Finde denn Text auch voll zutreffend!!!Zusammengetrieben wir Tiere und nirgends sind sie sicher,was für ein Hohn,60 deutsch/palästinesiche Familien dürfen nicht ausreisen.Natürlich finde ich das Verhalten der Hamas nicht ok ,nur man muss das auch alles in der Relation sehen.
Wir haben zu diesem Thema Zuhause keine Konflikte,weil wir ja die gleichen Ansichten haben.Mein Mann hat noch nie,egal bei welchem Konflikten (z.b.Palästina,Irak,Syrien usw)die Contenance verloren und rumgeschimpft.Er ist immer reflektierend,analysierend und sachlich,natürlich tut ihm das auch weh und er findet es nicht in Ordnung,er sagt nur immer Gott wird alles richten und nicht wir,egal für wen und was.Ansonsten finde ich auch manchmal die Berichterstattung im arabischen TV etwas einseitig,aber mal ehrlich,dass ist doch bei uns auch oft so!?

Aber dieses theatralische und sich oft in der Opferrolle sehen,stößt mir auch manchmal auf,allgemein jetzt.

Humor und Geduld sind zwei Kamele mit denen du durch jede Wüste kommst.
25.07.2014 09:01
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